GeDANKEn zum Muttertag

Blume an SteilküsteMuttertag, all der Mamis, der Muttis, der Mamitas, der Muddis, der Mütter, der Moms. Heute geht es darum, die Mütter zu ehren. Und wie ihnen Ehre gebührt! Danke an alle Mamis, für das, was sie Tag und Nacht tun, danke an unsere Mamis, Danke fürs Mama sein dürfen, Danke für unsere Kinder, empfangen zu haben. Heute ist Mutterdank!

All den Mamis dieser Welt, mit ihren sichtbaren und unsichtbaren Kindern. Und den Mamis der Mamis. Danke an meine Mama, ich werde dir Blumen schenken, wie jedes Jahr. Meine Tochter (unser erstes Kind) wird mir nie Blumen schenken, darum bringe ich ihr welche, an ihren Ort, um Danke zu sagen. Sie hat mich zur Mama gemacht. Muttertag ist vor allem ihr Tag. Und Muttertag ist so auch ein schwieriger Tag.

Vor sechs Jahren, es war auch der 8. Mai, schwanger mit unserem ersten Kind, dachte ich „Hey, Muttertag gilt jetzt auch für mich“, ich fand das eine schöne Vorstellung. Mitten im Mutterwerden. Den nächsten Muttertag würden wir mit unserer Tochter gemeinsam feiern. Wer weiß, ein Jahr drauf gibt es vielleicht schon das erste kleine Kunstwerk aus Fingerfarbe. Der Blick geht nach vorne. Kinder bringen uns diesen Blick, öffnen die Zukunft. Und zugleich verhaften sie uns im Hier und Jetzt, wie es halt nur Kinder können. Der Blick auf die Zukunft verändert sich im Mutterwerden. Schon mit dem Wissen, dass sich ein Kind auf den Weg macht, ist alles anders. Die Zukunft wird neu geschrieben. Dahinter gibt es kein zurück.

Meine Geschichte ist, dass dies unser einziger gemeinsamer Muttertag blieb. Als unsichtbare Mutter war der einst so banale Muttertag plötzlich mächtig – und grausam zugleich. Ich empfand diese allgegenwärtige Muttertagswerbung als Zumutung – als könne kein Brötchen mehr verkauft werden ohne rosa Banderole. Auch ich kaufte Blumen – wie alle anderen auch – bloß auf einem anderen Planeten, und brachte sie zu ihrem Grab. 
Als ich mit meinem Sohn am Muttertag schwanger war, stellte ich mir nicht vor, wie der nächste Muttertag mit ihm sein würde. Ich war dankbar, dass er da war. Da in meinem Bauch. Mit welcher Zukunft auch immer.

Darum geht es wohl – das „eigene Danke“ zu finden, es sagen und sichtbar zu machen. Dankbar sein, für das, was ist. Ein guter Anlass, Mütter mit ihren vielschichtigen Rollen, so unterschiedlich, wie jede Mutter selbst, sichtbar zu machen. Denn Mutter sein ist nun mal etwas Persönliches. Hinter jeder steht eine ganz individuelle Geschichte. Mit der Geburt wird nicht nur ein Baby sondern auch eine Mutter geboren. Und jede hat ihre ganz eigene Mutterrolle. Nicht nur für die unsichtbaren Mütter ist dies voll ambivalenter Gefühle – gerade an diesem Tag – so buchstäblich wundervoll das Mutterwerden auch ist.

Bei all den herzlich willkommenen Blumen, Präsenten und Pralinenschachteln, sollte auch Raum sein für alles, was das Muttersein bedeutet, vollständiger und jenseits von einem einseitigen Mutterglück. Vielleicht gerade auch für die Mamis selbst. Sich selbst mit einem liebevollen und stolzen Blick zu entdecken, eben eine Mami zu sein – mal ganz für sich selbst sein.

Vielleicht leben wir unsichtbaren Mütter noch ein bisschen mehr im Hier und Jetzt. Denn wir haben zu schmerzlich erfahren, wie schnell die Zukunft plötzlich eine ganz andere ist. Der Tag bleibt schmerzlich, bei aller Dankbarkeit. 

An diesem Muttertag bekomme ich vielleicht ein kleines Kunstwerk von meinem Sohn; mein Kleinster beschenkt mich schon damit, dass er „Mama“ sagt. Meine Tochter werde ich besuchen, Blumen dabei, wie jedes Jahr. Ihre Brüder kommen mit.

Danke für die Liebe, die mein Mutterherz durchflutet, mit meinen Söhnen an der Hand und den Blumen für Birla, gepflanzt in die Muttererde.

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